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Blacula

STAFFEL 2  |  07.02.2014

Gepflegter Grusel trifft auf Bloody Black Power – in einem so gut wie unbekannten Filmklassiker aus dem Jahre 1972, der Ihnen daheim das Blut in den Gesäßbacken gefrieren lassen wird, ein wahrer Meilenstein des vermurksten Monster-Movies: Blacula! Bei der Nennung dieses Titels spürt man regelrecht, wie einigen Freizeit-Anglisten und Hobby-Sprachforschern im Publikum vor lauter Erregung die Labial-Lappen zittern – und Sie haben Recht: Blacula ist natürlich ein Kompositum aus dem englischen Adjektiv BLACK und dem geläufigen rumänischen Eigennamen Dracula. Womit er in der deutschen Fassung ja eigentlich Schwarzula hätte heißen müssen. Oder zumindest Dunkula. Aber egal – Blacula ist ein klassischer Vampirfilm der alten Schule, in seinen Grundzügen basierend auf dem Originalroman aus dem Jahr 1897 von Black Stoker.

Vergessen Sie deshalb all die bleichen Blutlutsch-Luschen aus den Twilight-Teenie-Schmonzetten von Rosamunde Pilcher, genau so wie die dauergeilen Kunstblut-Säufer im Knatterkoller aus True Blood oder auch – wie zum Beispiel in Underworld – diese ganzen modern gemeinten, obercool in langen Knautschlackmänteln herumstolzierenden Absinth-Vampire aus Osteuropa, die alle aussehen wie Eckzahn-gepimpte Straßenstrich-Zuhälter mit Eisenmangel und nem kaputten Solarium – in die Tonne damit! Nein, der gute alte Blacula ist noch ein waschechter Gentleman-Vampir mit Cape, Charme und Zahnersatz, in dessen untoten Herzen mit aller Kraft die Liebe wummert. Und der immer noch nach alter Väter Sitte bei Sonnenlicht, Kruzifix und Pflock durchs Herz auf seiner Facebook-Seite den Daumen runter drückt.

Dennoch ist Blacula kein gewöhnlicher Wald- und Wiesen-Vampir, sondern eben ein Untoter mit Migrationshintergrund, genauer gesagt der erste afro-amerikanische Schlagader-Schlürfer der Filmgeschichte. 1972 für wenig Geld von TV-Regisseur William Crain auf Zelluloidreste gebannt, wurde er überraschenderweise zu einem beachtlichen Box-Office-Hit und einem kleinen Klassiker des Blaxploitation-Kinos. Ich denke, den Begriff sollten wir lieber doch mal ganz kurz erklären, den kennen die jungen Leute vielleicht heute gar nicht mehr. Kino. Okay, das ist so ein großer Saal, in dem Filme gezeigt werden, die man dort mit dem Handy aufnehmen und illegal online stellen kann, so eine Art Riesen-Smartphone mit ganz viel Stühlen davor und am Arsch kleben einem danach immer Popcorn-Reste und alles stinkt nach Schweiß und Käse-Tacos und… – Nein, Scherz. Wir meinten natürlich Blaxploitation. So bezeichnet man nämlich ein amerikanisches Filmgenre aus den 70ern, zusammengesetzt aus Black – also aus Sicht der schwarzen Bevölkerung gefilmt – und Exploitation, womit man meist billige B-Movies mit expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen meint. Quasi – Straßenfeger nur für Neger! Also nee, würden wir niemals sagen! Neger sagt man nicht, nicht mal im Spaß! Wir sind ja früher nur so knapp an einer Klage vorbei geschrammt, als hier alle Chinamänner und Schlitzaugen als Gelbe diffamiert wurden, da müssen wir echt ein bisschen aufpassen, wie wir verbal mit den Maximal Pigmentierten Mitbürgern umgehen. Obwohl die in den 70ern doch alle so draufwaren, gerade die Schwarzen selbst: laut einem Interview mit Regisseur Crain wollten sie diesen Film Count Brown’s In Town nennen.  Ehrlich wahr! Und die Werbezeilen waren: He’s Black – He’s Beautiful – He’s Blacula! und  Blacula – Dracula’s Soul Brother! Man hat damals ganz offensiv die Filmhits der Weißen einfach auf Schwarz umlackiert: Black Frankenstein alias Blackenstein, Dr. Black & Mr. Hyde …Gab es alles, genauso wie die Black Zombies From Sugar Hill.

Und wer spielt den schattenfarbigen Fürsten der Finsternis? Kein geringerer als der große William Marshall! Und mit groß meine ich 1,95 Meter.  Star Trek-Fans vielleicht bekannt als Dr. Richard Daystrom in der Classic-Folge Computer M5.  Oder natürlich aus dem Sequel:  Scream, Blacula, Scream! – Der Schrei des Todes. Wie gesagt, dieser Film war recht erfolgreich – und sogar Gewinner des allerersten je verliehenen Saturn Award der Akademie für Science Fiction & Fantasy als bester Horrorfilm!

Warum also läuft dieser politisch hoch korrekte und preisgekrönte spektakuläre Spitzenfilm dann nicht bei arte in irgendeiner Reißzahn-Retrospektive, sondern hier bei SchleFaZ? Weil er dennoch scheiße ist! Wenn auch immerhin ein kleiner Kackhaufen mit Sprühsahne, der nicht nur stinkt, sondern zumindest lustig anzusehen ist. Man hatte früher ja nix, da war man selbst für so manchen SchleFaZ dankbar.

Was haut man sich zu alledem am besten hinter die maximal pigmentierten Reißzähne? Nun, natürlich einen Bloody Blacky! Ein dunkelblütiger Schädelstürmer mit Schwarzer Kater – Garantie, ein Drink direkt aus der Hölle, nach dem man sich selbst mit Glatze fühlt als hätte man eine Globus-große Afro-Krause! Lecker! Hmmm, der kribbelt in den Zähnen! Und schon nach einem Schluck spürt man seine Füße nicht mehr. Danach den linken Arm und den rechten Hoden. Lecker.

Der Cocktail

Bloody Blacky

Kater-Garantie direkt aus der Hölle, der in den Zähnen kribbelt und bereits nach dem ersten Schluck die Füße nicht mehr spüren lässt. Spätestens nach zwei Gläsern fühlt man sich selbst mit Glatze, als hätte man eine globusgroße Afrokrause und einen Schnurrbart, der bis zu den Eiern reicht! Auch zur privaten Mumifizierung geeignet.

Trinkspiel:

Immer wenn irgendwer von einem Vampir gebissen wird, wird ein BLOODY BLACKY in die Schluckluke befördert!

Rezept

Geschmack

süß

Zutaten
  • 4 cl echter Blutwurz (50% Vol.)
  • 1 cl Lakritzlikör (20-25% Vol., kein Geist!!!)
  • 2 cl Brombeersirup
  • Cocktailkirsche
  • Zitronenlimonade
  • Eiswürfel
Zubereitung

Zutaten (ohne Limonade und Cocktailkirsche) mit Eiswürfeln shaken und in ein Longdrinkglas abseihen. Eiswürfel hinzugeben und mit Zitronenlimonade aufgießen.

Expertentipp: Freunde des feines Aromas empfiehlt sich ein kleiner Tannenzweig als Highlight. Vorsicht! Niemals kohlensäurehaltige Flüssigkeiten shaken… Cocktaildusche droht!

Dekoration

In einen festlichen, schwarzen Umhang kleiden und eine klassische Cocktailkirsche (oder das Auge eines Albino-Kaninchens) plus roten Strohhalm zum „Ansaugen“ drapieren. Dazu gern toupierte Brusthaarimplantate als Topping der blubbernden Blutsuppe verwenden. Ein Zahnstocher für optimierte Eckzahnhygiene wird auch empfohlen.

Der Cocktail

Vampir-Cookies

Rezept

Zutaten
  • 1 runder Cookie
  • 6 Mini-Marshmallows
  • Puderzucker
  • rote Lebensmittelfarbe
  • je 2 gestiftelte Mandeln

Zubereitung

Cookie mit einem Messer halbieren – vorsichtig, damit er nicht zerbröselt. Aus dem Puderzucker, ein paar Spritzern Wasser und roter Lebensmittelfarbe einen Zuckerguss anrühren und die Unterseite des Cookies großzügig damit bestreichen (ein bisschen Masse darf später als „Zahnfleisch“ hervorquellen). Jetzt muss es schnell gehen: Marshmallows wie Zähne an den Rand gegenüber der Cookiehälfte platzieren. Dann die zweite bestrichene Cookiehälfte wie einen Oberkiefer passgenau darauflegen. Mandel-Eckzähne links und rechts neben den beiden mittleren Marshmallows-Schneidezähnen befestigen. Die Mandeln haften am roten Zuckerguss.