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Der Mann mit den zwei Köpfen

STAFFEL 7  |  17.05.2019

Von Oliver Kalkofe Der Mann mit den zwei Köpfen aka The Incredible Two-Headed Transplant. Ein Exploitation-Autokino-Trashfilm-Klassiker von 1971, der sich offen mit der wichtigen Frage auseinandersetzt: wäre es für die Menschheit nicht eine großartige und wundervolle Errungenschaft, wenn man Köpfe transplantieren könnte, zum Beispiel einen zweiten auf jede Schulter? Man könne mit dem einem Netflix gucken und mit dem anderen Amazon Prime, so würde man endlich mal alle neuen Serien schaffen.

Oder?

Zumindest der Autor dieser brillanten medizinischen Fantasie, James Gordon White, fand jene Idee so großartig, dass er direkt ein Jahr nach Der Mann mit den zwei Köpfen noch sein Drehbuch für Das Ding mit den zwei Köpfen verkaufte und verfilmen ließ … mehr oder weniger die gleiche Grundidee, nur dass hier der Kopf eines weißen Rassisten, gespielt von Ray Milland, auf den Körper eines flüchtigen schwarzen Kriminellen transplantiert wird. Nach diesem zweiten Zweikopf-Film war das gerade erst aufgekeimte Sub-Genre über die ungewollte Bi-Birnigkeit leider erst einmal gestorben. Jedenfalls bis unsere Freunde von The Asylum diese Idee mit 2-Headed-Shark-Attack aufgriffen und über Three-, Four und Five bis hin zur Six-Headed-Shark-Attack weiterentwickelten.

Aber das ist eine andere Geschichte.

In der weiblichen Hauptrolle begeistert uns übrigens die bezaubernde Pat Priest, die wir als hübsche und deshalb missratene Tochter Marilyn in The Munsters kennenlernen durften. Und als Dr. Roger Girard brilliert kein geringerer als die fantastische Schauspiel-Legende Bruce Dern, bekannt aus Klassikern wie Lautlos Im Weltraum, Hitchcocks Familiengrab, Coming Home oder erst kürzlich The Hateful Eight von Quentin Tarantino. Er war damals noch jung und brauchte das Geld und leider hat er es nie bekommen, denn, wie er 1976 bei Johnny Carson erzählte, hatte ihn sein Agent (kurz darauf Ex-Agent) überredet, ganz spontan am nächsten Tag die Hauptrolle in unserem kleinen Doppel-Dez-Meisterwerk zu übernehmen. Drehzeit nur sechs Tage, kein großer Aufwand, und so machte er – aber als er nach Drehschluss sein Geld abholen wollte, war der Scheck geplatzt.

Kennen Sie eigentlich den Mann mit den drei Eiern? Ist ein Kumpel von Päter. Netter Kerl! Stellt er ihnen bestimmt gern mal vor …

Der Cocktail

Southern Discomfort Doppeldecker Kürbis-Cracker

Ein schwiemelig schwerer und dennoch schlucksportlicher Spontan-Schädel-Schweller für die individuelle Migräne-Simulation, der dich spätestens am nächsten Tag denken lässt, du hättest mindestens zwei sehr dicke Kater-Köpfe!

 

 

Trinkspruch:

Sucht ihr den perfekten Schädelspalter? Nehmt dies Gesöff und ihr seht doppelt heiter!

Trinkspiel:

Was ist der Trigger, der uns jeweils zielstrebig die Gießkanne Richtung Gluckerluke schieben lässt? Nun, da es sich bei Der Mann mit den zwei Köpfen um einen klassischen Vertreter der amerikanischen Autokino-Exploitation-Welle der frühen 70er handelt, trinken wir einfach immer wenn es zu exploitativer Darstellung kommt – also auf deutsch zu reißerischen Szenen mit Sex, Gewalt oder anderen gewollt übertrieben heftig-plakativen Schauwerten.

Rezept

Geschmack

aromatisch - süss

Zutaten
  • 6cl Southern Comfort
  • 6cl Martini Fiero
  • 1cl Curacao blau
  • Tonic
Zubereitung

 Shaker mit Eiswürfeln und den Zutaten (ausser Tonic) befüllen und kräftig shaken.
Dann in ein Longdrinkglas auf Eiswürfeln abseihen und mit Tonic aufgiessen.

Dekoration

Orangenscheibe (oder wahlweise Minikürbis!)

Rezeptkärtchen

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