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Die sieben Männer der Sumuru

STAFFEL 2  |  04.04.2014

Die SchleFaZ-Archäologen Kalkofe und Rütten graben mit „Die sieben Männer der Sumuru“ ein cineastisches Juwel der besonderen Art aus. Denn in dem „Aktion-Film der Extra-Klasse“, wie das Kinoplakat das Werk 1969 bewarb, will eine machtlüsterne Frau die Weltherrschaft an sich reißen. Lange vor Alice Schwarzer und Angela Merkel überzeugte dabei ‚Goldfinger‘-Girl Shirley Eaton als starke weibliche Führungsfigur.

Die 7 Männer der Sumuru, ein Film aus einer Zeit, als man erotisch gemeinten Trash noch „Schmuddel“ nannte und der Actionfilm in Deutschland noch durch Bindestrich getrennt und mit „K“ geschrieben wurde. Die 7 Männer der Sumuru ist ein Aktion-Film der Extra-Klasse. Stellen sie sich mal für einen Moment vor, Deutschland würde von einer Frau regiert. Äh, quatsch, haha, ist ja, aber… stellen sie sich vor Deutschland würde von einer extrem machtlüsternen Frau, regiert, die alle Männer um sie herum zu willfährigen Ja-Sagern und rückgratlosen Speichelleckern macht… äh, nee, ist ja quasi auch… also gut, machen wir’s kurz: Kalkofe/Rütten proudly present: Die 7 Männer der Sumuru.

Viele Zuschauer, die noch immer mit hartnäckigen Folge-Schäden zu kämpfen haben, werden sich erinnern: Es gab in unserer SchleFaZ-Retrospektive schon: Sumuru – die Tochter des Satans. Das war der erste Teil, indem eine böse, mächtige Frau alle Männer der Welt versklaven wollte. Eben Sumuru. Und kaum sind die Wunden dieses Movie-Massakers halbwegs vernarbt, da prügeln ihnen ihre zwei Spielfilm-Sadisten Nr. 1 schon den nächsten Teil in die wehrlosen Klüsen. Ist das fair? Nein. Das ist nicht fair. Aber geil! Naturgeil! Kommen sie schon, sie stehen doch drauf, sie wollen’s doch auch. Das volle Programm! Versaute Filmvorführer aus ihrer Umgebung besorgen es ihnen bis es grün kommt! RUF- JETZT – AAAAN!

Ähem… Pardon, pardon.

Da hat uns doch wahrscheinlich kurz die ausgeprägt sexuelle Subtextur des Sumuru-Kosmos, äh, irgendwie mitgerissen. Liegt wahrscheinlich dran, dass der zweite Teil vom großen Erotik- Regisseur Jess Franco gedreht wurde. Achtung: Jess Franco, das ist nicht der Typ, der in diesem krassen Film diesen eingeklemmten Klettermaxe gespielt hat, der sich selbst den Arm mit einem Taschenmesser abschneidet. Das ist James Franco. 127 hours. Jess Franco ist auch nicht der Typ, der früher immer Django war, das war Franco Nero. Jess Franco hat auch nicht neulich mal Kaiserslautern trainiert, nee, das war Franco Foda. Und Jess Franco war auch nebenbei kein spanischer Diktator!  Und der geniale Gitarrenfreak da auf dem Klo mit dem Schnäuzer der, der hieß Franco Zappa! Also, Jess Franco, das war natürlich der spanische Akkord-C-Filmer, der allein 1970 neun schlüpfrige Streifen weggekurbelt hat und insgesamt, bis zu seinem Ableben mit 83 Jahren, auf stolze 199 nicht besonders wertvolle Spielfilme kam. Einige der wichtigsten: Der Hexentöter von Blackmoor, Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula, Der Teufel kam aus Akasava, Perverse Emanuelle, Frauengefängnis 3, Frauen für Zellenblock 9, Weiße Haut auf schwarzen Schenkeln, Sadomania – Hölle der Lust, Sinfonia Erotica, Die nackten Superhexen vom Rio Amore und, und, und. Das war, äh, recht umfassend. Tja, liebe Zuschauer, und zu diesem eindrucksvollen Oeuvre gehört eben auch unser heutiger kosmopolitischer Agenten-Erotik-Knaller von 1969: Die 7 Männer der Sumuru.

Warum das ein würdiger SchleFaZ-Kandidat? Nun, Sumuru – Tochter des Satans war ein schwer zu entschlüsselnder Genre-Mix. Da ist die Beschäftigung mit dem Sequel filmjournalistische Pflicht. Zu viele Fragen blieben damals offen, die Hoffnung, dass die Fortsetzung endlich die Antworten liefert, macht die Fortsetzung interessant – genauso wie übrigens eine der Hauptdarstellerinnen. Was Grace Kelly für Alfred Hitchcock war, das war Maria Rohm für Jess Franco. Die aufgeschlossene, blonde Stute aus Österreich sorgte in vielen Franco-Filmen für wohlige Lenden-Schauer und dazu passt der filmassoziierte Cocktail: Der Summa Sumuru Clit-Sprizz, ein sinnlich-frivoler Verführer der tote Hosen im Nu lebendig macht.

Der Cocktail

Summa Sumuru Clit Sprizz

Trinkspiel:

Wenn eine Person gequält wird!

Rezept

Geschmack

speziell

Zutaten
  • 2 cl Vanillelikör
  • 2 cl Brandy
  • 10 cl Prosecco
  • 10 cl Cranberrysaft
  • 10 cl Zitronenlimonade
  • Eiswürfel

Zubereitung

Vanille-Likör ist der samtige Einstieg in die heutige Cocktail-Fantasie! Für „Tutti Frutti“-hafte Gaumenschmeichlereien und ( vor-) freudige feuerrote Farbspiele sorgt der Cranberrysaft. Ein guter Schuss vom bestem Brandy befeuert lavagleich den scharfen Schleckermäulchen-Spaß. Summa Sumuru können wir abschliessend durch Wollust förderndes Aufgiessen preiswerten Proseccos im Longdrinkglas zur vulvagleichen Geschmacks-Explosion kommen. Im Sinn des letztgenannten Wortes vorgenanntes Satzes: Prostataaaaaaa!

Dekoration

Wer es sich richtig besorgen will… einfach eine Tüte Primavera Erdbeeren von HAns RIegel aus BOnn lasziv drapieren.