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Die Todesgöttin des Liebescamps

STAFFEL 6  | EPISODE 8 |  24.08.2018

Von Peter Rütten „Film“ trifft es ja nicht so ganz, angesichts der mächtigen Magnitude dieses Monumentalwerkes von 1981. Wir würden eher sagen: „Filmereignis“, ach was, „Filmgroßereignis“…ach was, Film-Jahrhundert-Event! DIE LIEBESGÖTTIN DES TODESCAAAMPS! Äh, nicht…, sondern vielmehr: DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAAAMPS! Ein kompromissloses Softcore Sex-Sektenkult-Esoterik-Erotik-Musical-Hippiesplotation-Skandalvehikel der Verstörungsklasse (schreit) „Aaaaaaaah!“ mit Stern und Schulterband! Und es gibt fünf gute Gründe, warum das keine leeren Versprechungen sind! Erstens: Regie – Christian Anders! Zweitens: Drehbuch – Christian Anders! Drittens: Produktion – Christian Anders! Viertens: Männliche Hauptrolle – Christian Anders! Und Fünftens: Musik – Christian Andeeers! Ja, hahaha, Tatsache! Wir denken, da kann doch in Sachen aggregierter Intensiv-Insania, eigentlich nicht das Geringste schiefgehen!

Erinnern wir uns doch sicher alle daran, dass wir hier auch schon Christian Anders‘ fulminanten Karateschulen-Kracher Die Brut des Bösen von 1979 diagnostizieren durften, in dem CA ebenfalls Regie führte, die Hauptrolle spielte, das Buch verfasste und die Musik machte. Ein echter Kino-Tausendsassa…ssin! Lanoo, Lana, also, wer das vergessen hat, der wollte das aber dann auch, mit aller Kraft mutwillig vergessen, soviel steht fest. Die Todesgöttin, die Anders dann zwei Jahre später nachlegte, war übrigens auch schon seine letzte „Regie und alles andere auch“-Arbeit und wir werden heute nachweisen, dass es sehr gut war, dass Antonio Augusto Schinzel, so sein bürgerlicher Name, nie den schwarzen Gürtel im Filmemachen erlangte. Denn damals, wie heute, gibt der mittlerweile passionierte Verschwörungs-Praktiker uns enorm viele Rätsel auf, immerhin glaubt er fest daran, dass AIDS „menschengemacht“ ist und dass Albert Einstein geistig behindert war. Mit dem „Rätsel aufgeben“, hat der Schlagerstar der 70’er Jahre des vorigen Jahrhunderts, der sein Schlagerstarvermögen von 25 Millionen Deutsche Mark erfolgreich verprasst hat, eigentlich nie aufgehört. Und für viele gehört Anders mittlerweile zu Deutschlands führenden Geistesgestörten, da er nach eigenen Angaben Sex mit zweitausend Frauen hatte, als Zeuge beim O.J.-Simpson-Prozess ausgesagt, eine Symphonie für Leonard Bernstein komponiert, den Fall der Mauer, die Räumung des Gaza-Streifens, sowie 9/11, exakt vorhergesagt hat. Moment mal, Sex mit zweitausend Frauen? Ah, vielleicht war er zweitausendmal im Puff, das würde die verprassten 25 Millionen erklären…

Ach egal, widmen wir uns lieber den faszinierenden Fakten unserer erstaunlichen Exploitation-Explosion. Liebe Bahnhofskino-Nostalgiker, Hosen runter, Zewa raus: „Emmanuelle“ is in da house! Nein, nicht die Ur-„Emmanuelle“ Sylvia Kristel, sondern die unautorisierte, italienische „Black Emanuelle“, die unvergessene Softporno-Ikone Laura Gemser! Und auch wenn man mich hiernach der mutwilligen Spoilerei anklagen und öffentlich auspeitschen sollte, ich muss es nun einfach verkünden: Laura Gemser spielt „Die Göttliche“! Sie ist: „Die Todesgöttin des Liebescamps“!

Was wir außerdem unbedingt noch erwähnen sollten, ist das Zeitkolorit, in dem Christian Anders’ High-Concept-Sektenkritik-Streifen entstand. Seit Ende der 1960er häuften sich die Berichte, über den Ashram eines gewissen Bhagwan, noch in Poona, Indien. Das Produktmarketing: „Göttliche Erleuchtung gegen gutes Geld führt zu großem Glück“, schien zu funktionieren – sicher auch ein nicht zu unterschätzender Einfluss, für Christian Anders, respektive Lanoos, bzw., Antonio Augusto Schinzels, einzigartige Sekten-Filmfantasie.

Wir empfehlen Ihnen, liebe SchleFaZ-Jünger, „Die Todesgöttin des Liebescamps“ wann immer es geht, anzuschauen, mit allen Sinnen zu erspüren und zu erleben! Am besten geht das übrigens, wenn Sie sich dafür ausziehen und den Film nackt genießen! Nackt, wie Gott Sie schuf! Ja, auch wenn Sie den Film nicht zuhause schauen, sondern in einer Sportgaststätte, einem netten Bistro oder irgendwo privat zu Besuch, zögern sie nicht, ziehen sie blank und erleben sie spontane sexuelle, wie spirituelle Ekstase!

Der Cocktail

Anders ist besser, aber Christian nicht

Trinkspruch:

Suchst Du ohne Not den Tod? Trink’ diesen Scheiss… der ist heiss!

Trinkspiel:

Dieser köstlich-kribbelige, Cocktail-gewordene Kreislaufkollaps bei 40 Grad im Schatten ist immer dann einzunehmen, wenn ein klar erkennbares, absolut unstrittiges Exploitation-Element im Film zu sehen ist! Prosit!

Rezept

Geschmack

aromatisch-fruchtig

Zutaten
  • 4 cl Peach (Pfirsichlikör)
  • 2 cl Chartreuse (grün)
  • 4 cl Erdbeersaft
  • Sekt (rosé, trocken)
Zubereitung

Shaker mit Eiswürfeln und den Zutaten (ausser Sekt) befüllen und kräftig shaken. In ein Longdrinkglas (0,3 l) auf Eiswürfeln abseihen und mit Rosé-Sekt (trocken) auffüllen.

Dekoration

Erdbeere(n) (aus´m Kompottglas)

Rezeptkärtchen