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Hasse deinen Nächsten

STAFFEL 1  |  30.08.2013

Hasse Deinen Nächsten – so der provokante Titel dieser fachmännisch verkackten Laubsägearbeit aus der Hobbywerkstatt des internationalen Kinos.

Für alle gebürtigen Nudelbügler und Raviolifüller unter uns: Odia Il Prossimo Tuo! Oder auch – für alle Teebeutelausdrücker und Burger-Fresser: Hate Your Neighbour.  Ein knallhart gemeinter Spaghetti-Western aus dem Jahr 1968. Entstanden unter der Regie von Ferdinando Baldi, der gerade in diesem Genre sogar einige mittel bekannte Titel aufweisen kann: Drei Kugeln Für Ein Ave Maria.  Django, Der Rächer mit Franco Nero und Blindman, der Vollstrecker mit Ringo Starr. Oder auch der todernste Terence Hill-Streifen Django Und Die Bande der Gehenkten, der bei uns einfach mit einer Comedy-Synchro später als Joe, Der Galgenvogel noch einmal im Kino gezeigt wurde. Übrigens behaupten einige Stellen, Ferdinando Baldi sei es auch gewesen, der aus Mario Girotti damals 1967 Terence Hill machte, für sein durchwachsenes Western-Musical Blaue Bohnen Für Ein Halleluja.

Was mit unserem heutigen Film allerdings überhaupt nichts zu tun hat.

Bevor Signore Baldi zu anspruchsvolleren Werken wie Das Urlaubsflittchen oder Horror-Sex Im Nachtexpress wechselte, mag er sehr wohl einige ansehnliche Western produziert haben. Hasse Deinen Nächsten… gehört allerdings definitiv nicht dazu. Nein, vielmehr darf man ruhig behaupten, dass sein mögliches Talent zu jener Zeit gerade im Urlaub war. Auf Fernreise.  Vielleicht aber hatte er auch einfach nur keinen rechten Bock, es lag am Essen oder ihm war kurz vor Drehbeginn ein Dachziegel auf den Kopf gefallen. Wieso auch immer: Hasse Deinen Nächsten ist ein Western, den man getrost als Schuss in die eigene Hose bezeichnen darf. Weshalb er sich seinen Platz auf unserer filigranen Perlenschnur filmischer Peinlichkeiten mehr als verdient hat.

Zum Beispiel bietet er uns gleich zwei infame Schurken und Diplom-Halunken, und lässt diese sogar von durchaus renommierten Darstellern darstellen: die kontinuierlich grinsende Genre-Größe George Eastman und der niemals zu unterschätzende Grimmig-Gucker Horst Frank! Der Mann, der Timm Thaler sein Lachen raubte. Tiefer kann man ja kaum sinken. Aber gegen einen solchen Lumpenhund und Galgenstrick der Extraklasse setzt er als positiven Helden Clyde Garner alias Spiro Focas. Einen griechischen Second Hand-Kleiderständer mit Kantenkinn, Kunstlederweste und der mimischen Ausdruckskraft eines toten Schweins. Womit er allerdings aus der Restbesetzung fast schon wieder positiv heraussticht. Allerdings ist es schon verdammt schwierig, sich überhaupt noch an ihn zu erinnern, sobald er den Raum verlassen hat.  Was dazu führt, dass einem die eigentliche Haupt-Story mit dem knarzigen Knoblauch-Cowboy auch von Anfang an ziemlich wumpe ist. Und das ist irgendwie ja doch ziemlich schade, denn im Grunde gibt es in dem Film so einiges zu entdecken, was dem gammeligen Gaumen des anspruchslosen Trashfilm-Gourmets durchaus schmecken könnte: Sklavenkämpfe auf Leben und Tod, mörderische Schlangengruben, ein ulkiger Sargmacher mit Quetschkommode als Sidekick, jede Menge sinnloses Geballer, Kerle die sich auf die Schnauze hauen…

Klingt eigentlich alles ziemlich vielversprechend. Vielleicht sollten wir dem Film doch noch eine Chance geben und einfach mal versuchen, ihn uns fachmännisch schön zu saufen. Prima Mittel zum berauschenden Zweck ist unseren Movie-Cocktail, natürlich auf Whisky-Basis: der Shot In The Pants!

Der Cocktail

Shot in the Pants

„Hot Honey in da Pants“ finden auch Frauen super und Starke lassen nix übrig! Wir wünschen „treffsichere Shootings“!

Rezept

Zutaten
  • 3 cl Jim Beam Whisky
  • 3 cl Ginger Ale
  • etwas Honig
  • etwas Zitrone
  • 1 kleine getrocknete Chilischote
Zubereitung

Legen Sie ein paar kleine getrocknete Chilis in Whisky ein, mindestens 24 Stunden vor Zubereitung des Drinks, am besten sogar 1 Woche vorher oder länger! Den Whiskey mit etwas Honig (je nach Geschmack) in ein 10/12 cl Glas gießen und gut unterrühren. Es kann stattdessen auch Honigwhiskey genommen werden. Legen Sie eine eingelegte Chili sowie einen großen Eiswürfel hinein. Geben Sie nun einen Spritzer Zitronensaft hinzu und dann die 3 cl Ginger Ale. Fertig.

Dekoration

Eine handvoll Patronen, stilgerecht vorab in die offene Hose des Sitznachbarn entleert. Alternativ empfehlen wir handelsübliche Fieberzäpfchen aus der Apotheke, die sich mit einem wasserfesten Filzstift (Camouflage-Killerstyle) oder – noch einfacher – etwas frischem Wellensittichkot und Maggi bestens einfärben lassen.