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Monster des Grauens greifen an

STAFFEL 2  |  02.05.2014

Monster des Grauens greifen an! Ein Titel, der noch nicht zu viel verrät, der dem Zuschauer aber geschickt Fragen stellt und Platz für eigene Interpretationen lässt. Und dennoch subtil darauf hinweist, worum es in diesem fulminanten Filmdrama gehen wird: nämlich um Monster des Grauens, die angreifen. Geschickt, wie der Titel das Publikum auf eine falsche Fährte lockt, bloß um dann urplötzlich die vorher geweckten Erwartungen exakt zu erfüllen. Nur halt in scheiße, denn die hier erwähnten Monster des Grauens sehen doch eher aus wie ein paar aufgeblasene Gummihühner mit Schuppenflechte. Und doch: Diese Monster gehören zu den furchterregendsten Kreaturen, die Japan 1970 zu bieten hatte. Der Titel erweist ihnen dabei ja auch die angemessenene Ehre, denn das Original lautet:  Gezoira – Ganime – Kameba: Kessen! Nankai no daikaiju! Was klingt wie der Anrufbeantworter beim China-Bringdienst heißt auf Deutsch „Gezora – Ganime – Kamoeba: Entscheidungsschlacht! Riesenmonster der Südsee!“ Yep, dieser Titel ist feinster Grusel der alten Schule, Hauptfach Subtilität, da kräuseln sich einem die Sackhaare am Kopf!

Die korrekte Bezeichnung des Genres ist übrigens Kaiju, das bedeutet so viel wie ‚seltsames Monster’ auf Japanisch. Oder auch Huhn acht Kostbarkeiten auf Chinesisch. Und davon gab es damals jede Menge – allerdings nicht von Konkurrenz-Studios oder Nachahmern von Obermonster Godzilla, sondern fast immer von den gleichen Machern. Godzilla hatte halt nicht immer Zeit… war häufig im Urlaub oder auf Fortbildung, was auch immer.. Monster des Grauens greifen an stammt jedenfalls von niemand Geringerem als Ishiro Honda! Das ist nicht etwa der Erfinder der gleichnamigen Knatter-Mofas sondern der Regisseur des ursprünglichen Godzilla-Films Numero Uno von 1954! Übrigens ein enger Freund und jahrelanger Assistent von Regie-Legende Akira Kurosawa, nicht etwa der Bruder von Mabuse Mitsubishi, sondern der Schöpfer großartiger Meisterwerke wie Rashomon, Die 7 Samurai oder auch Das Schloss Im Spinnwebwald.

Berechtigte Frage: Wenn das hier so eine Wunderkerze des Intellektuellen-Kinos ist, warum läuft dann dieser Film eigentlich bei SchleFaz und nicht auf 3sat in der Retrospektive „Riesenechsen“? Naja, weil das halt ein unfassbar in die Hecke gepisster Scheißdreck ist, diese ganze marode Monster-Mompe hier.

Und deswegen gibt es auch einen geschmacksberuhigenden Brägen-Betäuber zum Schönsaufen dieses unsinnigen Untier-Unfugs: den Echs’ on the Beach! Ein schuppiger Gaumenschmeichler, der langsam die Geschmacksnerven versteinert und die Zunge angenehm ledrig werden lässt, aber dennoch leicht fischig im Abgang. Sehr sehr lecker.

Der Cocktail

Echs on the Beach

Trinkspruch:

Damit der Japse schrumpft und die Echse wächst!

Trinkspiel:

Zu Ehren des weltbekannten Godzilla-Schreis schütten wir jedesmal, wenn ein Monster brüllt, beziehungsweise sonst einen Ton von sich gibt (aus welcher Körperöffnung auch immer)  eine Echs on the Beach ins Loch.

Rezept

Zutaten
  • 2 cl Jägermeister
  • 2 cl Whiskey (Bourbon)
  • 1 cl Jasminsirup
  • Himbeer-Cassis (BioZisch)
  • Limonade nach Wahl
  • Eiswürfel
Zubereitung

Ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln füllen. Den Jägi, den Whiskey und die Jasminplörre draufkippen, kaltrühren und sich schon mal freuen. Dann die Limo plus Himbeer-Cassis nach Geschmack draufgießen.

Dekoration

Bunte Schirmchen, Strohhalme, Sand. Drink nach Lust und Laune mit der Deko bewerfen.